Zur eiszeitlichen Überprägung des Arbergebietes (Bayerischer Wald)

Eine glazialmorphologische Lehrwanderung durch das Gebiet des ehemaligen Kleinen und Großen Arbergletschers

Autor/innen

  • Dietrich Jürgen Manske

Abstract

Die Lehrwanderung hat gezeigt, daß die glazialmorphologische Überprägung
einzelner Bereiche im Arbergebiet zwar nicht das Ausmaß
derjenigen des alpinen Raumes, auch nicht das von Schwarzwald und
Vogesen erreicht hat (vgl. ZIENERT, 1967), daß aber dennoch beachtliche
Eismassen einzelne Zonen bemerkenswert glazial überprägt
haben. Deutlich lassen sich z.B. Moränenwälle und Kare, Endmoränen-
sowie Kar-Endmoränenseen, ja sogar Ansätze zu Kartreppen
erkennen. Zusätzlich treten gewisse Sonderentwicklungen auf, wie
z.B. Kartreppen ohne vollständige Ausbildung von Karschwellen oder
Seen, die sowohl Kar- als auch Zungenbeckensee sind.
So ist heute nicht mehr die Frage relevant, ob der Bayerische Wald
überhaupt vergletschert war oder nicht, sondern welches Ausmaß die
Vergletscherung erreicht hat und wo wir glazial überprägte von
periglazial geformten Abschnitten unterscheiden müssen. Hier hat
vor allem die Dissertation von U. HAUNER 1980 für das Rachel-
Lusen-Gebiet Maßstäbe gesetzt. Auch die beiden Arbeiten von F.
PFAFFL 1986, 1988 bilden hier nachahmenswerte Ergänzungen. Denn
noch immer bestehen nach Ansicht des Verfassers Lücken in der
Bestandsaufnahme. Das betrifft im besonderen die Relikte und Zeugnisse
der älteren eiszeitlichen Überprägung des Bayerischen
Waldes. Auch hier bietet, neben den älteren Hinweisen von G.
PRIEHÄUSSER die Arbeit von U. HAUNER einen guten Ansatz, wobei
aber auch bereits ERGENZINGER 1967 auf eine Reihe diesbezüglicher
Fakten hingewiesen hat.

The excursion shows, that the area around Großer Arber (Bayerischer
Wald) has been transformed by glaciers in some parts, even
if it was not in the extension to the Alpine Mountains or the Vosges
and Black Forest. Clearly to be seen are moraines, glacial
cirgues and glacial lakes. You also can see special glacial forms,
which are connected with the smaller extension of glaciation in
the Bayerische Wald, for example lakes, which are glacial cirques
as well as moraine lakes. Today it is no longer a question whether the Bayerische Wald had
been glaciated in some zones, but of which extension the glacial
effect has been and where we have to differentiate between glacial
and periglacial sections of the mountain area. The survey of U.
HAUNER 1980 about the area of Rachel-Lusen is an excellent example
for further studies about glaciation in the Bayerische Wald, as
well as the two papers of F. PFAFFL 1986, 1988. But there is still
a lack of knowledge about forms and distribution of the remains of
the glacial periods, especially for the periods older than the
Würm glaciation. Some notices of G. PRIEHÄUSSER in several papers
about relicts of older glaciation in the Bayerische Wald, the survey
of P. ERGENZINGER 1967 and again the survey of U. HAUNER 1980
are a good introduction to the problems.

Downloads

Veröffentlicht

2023-07-26